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25.02.2014, 16:11 Uhr | Münsterländische Tageszeitung vom 04.02.2014
CDU-Chef denkt auch an Schwarz-Grün
Vaske: Pragmatismus statt Ideologie / Lob für Johann Wimberg und Kritik an schlechtem Listenplatz für Gehrold
Trotz der mäßigen Aussichten für den heimischen Europakandidaten, wollen die Molberger einen engagierten Wahlkampf führen.
Gast in Molbergen: Dr. Stephan Siemer (3. von rechts) berichtete über die Landtagsarbeit. Den Vorstand des Gemeindeverbandes bilden (von links) Konrad Ortmann, Thorsten Lübbers, Hubert Werrelmann und Jens Meyer. Foto: D. Rauert
Grönheim - Mit einem politischen Rundumschlag ist Molbergens CDU in das neue Jahr gestartet. Die Themenpalette auf der ersten Mitgliederversammlung reichte von der Dorferneuerung bis zur Europawahl im Mai. Auf Bundesebene warb Gemeindeverbandsvorsitzender Sebastian Vaske für einen pragmatischen Umgang mit den Grünen.

Die Bundestagswahl habe keine Wunschkoalition hervorgebracht, sagte Vaske und hält jetzt eine „strategische Erweiterung der politischen Allianzen“ für unumgänglich. „Wir können nicht auf die Wiederbelebung der FDP warten. Es gibt schon heute viele Gemeinsamkeiten mit den Grünen. Das ist in unserer Region nicht immer offensichtlich, weil gerade hier, im Bereich der Landwirtschaft, noch ideologisch aufgeladene Unterschiede existieren. Hier gelte „Pragmatismus vor Ideologie“, so Vaske.

Weiter schmerzen würde auch die Niederlage bei der Landtagswahl, so der CDU-Chef. Der Verlust der Regierungsmehrheit würde nun spürbar im Oldenburger Münsterland. „Wir stehen nicht im Fokus der neuen Landesregierung – für unsere örtlichen CDU-Abgeordneten ist es schwer geworden, die Interessen unserer Region bei den wichtigen Adressaten vorzutragen. Hier geht uns auf Dauer etwas verloren“, so Vaske.

Wie die CDU mit ihrer Oppositionsrolle in Hannover umgeht, erläuterte Landtagsabgeordneter Dr. Stephan Siemer (Vechta). Scharf kritisierte derVorsitzende des Haushaltsausschusses die Finanzpolitik der Landesregierung.

Sie habe die Nettokreditaufnahme stark erhöht. Ein schuldenfreier Haushalt rücke somit wieder in weite Ferne, bemängelte er. Insgesamt sieht Siemer eine instabile Regierungskoalition. „Sie haben nur eine Stimme mehr als wir. Das fordert Geschlossenheit. Sie machen aber in vielen Bereichen Fehler – da werden wir sie stellen“, kündigte er an. Auf den vierspurigen Ausbau der E233 angesprochen, zeigte sich Dr. Siemer optimistisch. Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) habe diesen in den vergangenen Wochen befürwortet. „Daran werden wir ihn erinnern“.

Für die Molberger CDU ist die anstehende Dorferneuerung zurzeit das wichtigste Projekt. Vaske: „Der Dorferneuerungsplan werde im Verlauf des Jahres fertig gestellt. Die möglichen markanten Veränderungen des Dorfbildes werden aktuell im Arbeitskreis und in der Öffentlichkeit diskutiert“.
Das bestätigte auch Bürgermeister Ludger Möller: „Wir wollen alle Molberger mitnehmen“. Bedenken und Kritik sollen bereits in der Planungsphase ernst genommen werden. „Dabei erfahren wir aber bei den Rückmeldungen aus der Bevölkerung ein hohes Maß an Bestätigung und Unterstützung für die Pläne“, berichtete Möller.

Bedauern äußerte Sebastian Vaske über den schlechten Listenplatz für den heimischen Kandidaten für die Europawahl, Dr. Stefan Gehrold. Er entspreche nicht dem starken Stimmenfundament der CDU im Oldenburger Münsterland. „Hier sind strategische Absprachen im Vorfeld gescheitert. Es muss unser Anspruch sein, dass unser Kandidat auch ein EU-Mandat bekommt.“ Dennoch würde die Partei den Kopf nicht in den Sand stecken und einen engagierten Wahlkampf führen. „Sollte der fünfte Listenplatz für den Einzug nicht ausreichen, rückt Stefan Gehrold innerhalb der Legislaturperiode vielleicht noch nach“, hofft der Gemeindeverbandsvorsitzende.

Hoch zufrieden zeigte sich Sebastian Vaske dagegen mit der Wahl Johann Wimbergs zum CDU-Landratskandidaten. Mit dem Friesoyther Bürgermeister hätten die Mitglieder einen „politisch und verwaltungstechnisch etablierten und kompetenten Kandidaten“ gekürt. Das Nominierungsverfahren bezeichnete Vaske als „eine Sternstunde der CDU-Cloppenburg“. Nun werdedie Partei geschlossen hinter Wimberg stehen, erklärte Sebastian Vaske.