Antonius Lamping aus Molbergen mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – 

Bescheidener Ausgezeichneter sieht Ehrung als Ergebnis eines Zufalls vor über 40 Jahren

Landkreis Cloppenburg. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Antonius Lamping aus Molbergen das Bundesverdienstkreuz verliehen. In einer Feierstunde wurde die besondere Auszeichnung am vergangenen Freitag durch Landrat Johann Wimberg vorgenommen. Die bedeutende Ehrung des Molbergers würdigt Lampings jahrzehntelanges Engagement im kulturellen, humanitären und kommunalpolitischen Bereich.

In einer Laudation lobte Landrat Johann Wimberg Lamping als einen „Schaffer, Macher, Umsetzer, der nicht von Bereich zu Bereich springt, sondern sein Wirken stets über längere Zeit investiert oder erst ablässt, wenn die Aufgabe erfüllt ist“. So habe er vielen Bereichen seinen Stempel aufgedrückt. Als ehemaliger Molberger Bürgermeister, stellvertretender Landrat, Mitglied des Molberger Gemeinderats und Kreistagsabgeordneter habe er aktiv die Kommunalpolitik im Landkreis Cloppenburg mitbestimmt. Dazu habe er den Landkreis in einer langen Liste von Verbänden, Organisationen und Gesellschaften vertreten vom Verwaltungsrat der Landessparkasse zu Oldenburg über den Vorstand des Verbunds Oldenburger Münsterland bis zum Aufsichtsrat der C-Port Hafenbesitz GmbH.

Lamping habe seine Ämter nicht ausgesessen sondern ausgefüllt und genau das werde nun mit dem Bundesverdienstkreuz belohnt. Nur der Besitz eines Postens habe Lamping keine Genugtuung gegeben. Es werde jede und jeder Anwesende der Feierstunde bestätigen können, „dass du nicht Titel gesammelt hast, um sie zu haben, sondern einen neuen Posten vielmehr als Werkzeug gesehen hast, um im jeweiligen Bereich Fortschritt anzustoßen, Neues zuzulassen, den Ist-Zustand zu verbessern“, sagte Wimberg.

Und das hätten das Land Niedersachsen und auch das Bundespräsidialamt in einer Art Zeugnis festgehalten. „35 Jahre Engagement für die Kommunalpolitik und viele Jahre für das Deutsche Rote Kreuz. Dazu weiteres Engagement im musikalischen Bereich. Das ist die nüchterne Bilanz des Landes über die drei Säulen auf denen die Auszeichnung begründet wird“, erklärte der Landrat. Darin heißt es zum Ehrenamt in der Kommunalpolitik: „Herr Lamping war parteiübergreifend angesehen und ein allseits geschätzter Repräsentant der Gemeinde Molbergen bzw. des Landkreises. Er ist in seiner Heimat verwurzelt und setzte sich stets mit Fachwissen, Sachverstand und Menschlichkeit für die Entwicklung der Kommune und für deren Bürgerinnen und Bürger ein.“

Gesammelte Posten, also nur eine Teilnahmebestätigung, würden noch kein Bundesverdienstkreuz einbringen. Davon hätten sich Bund und Land überzeugen können. So urteilten beide über die Führung des DRK-Kreisverbandes, die Lamping inne hatte, wie folgt: „Die tatkräftige Unterstützung Herr Lampings und sein Mut, weitgehende Entscheidungen zu treffen, haben maßgeblich zu der Entwicklung eines großen und gut aufgestellten DRK-Kreisverbandes beigetragen“. Baulich wie strukturell habe sich beim DRK unter Lampings Vorsitz viel getan, ergänzte der Landrat.

 

Und Antonius Lamping war auch Präsident des Kreismusikverbandes, was ihm folgende Bewertung der staatlichen Stellen einbrachte: „Herr Lamping hat das Amt mit Respekt, Einfühlungsvermögen und vorbildlichem Einsatz ausgefüllt. Die Förderung der Musikvereine und -gruppen sowie eine engagierte Nachwuchsgewinnung waren ihm dabei besondere Anliegen.“

Und auch in weiteren Bereichen habe der Molberger Landwirt tatkräftig mitgewirkt: Die Landjugendbewegung, die Betriebshelfergemeinschaft Molbergen, die Schützenbruderschaft Molbergen, den Männergesangsverein, den Pfarrgemeinderat und als Moormeister für die Molberger Dose.

 

Molbergens Bürgermeister Witali Bastian gratulierte Lamping nach der Verleihung und bezeichnete ihn als großen Molberger und überbrachte Glückwünsche im Namen von Rat und Verwaltung. „Du hast dich in vielen Bereichen mit Herzblut eingesetzt, hast aber in der Politik dein Zuhause gefunden. 25 Jahre Bürgermeister: Das können nicht viele hier im Raum von sich sagen. Du hast uns über viele Jahre wertvoll und vorbildlich repräsentiert. Und deine soziale Ader schlug immer im Takt der Musik. Und auch das DRK hat dich wohl nicht gerne gehenlassen wollen. Alles, was du dort gemacht hast, hatte Hand und Fuß“, fasst Bastian das Engagement kurz zusammen. Den Ausgleich für harte Arbeit habe Lamping im Chor gefunden, Erholung in der Musik. „Mit dieser Menschlichkeit und Verlässlichkeit gehörst du zu den Vorbildern in dieser Gesellschaft. „Ich bin froh, dass du da bist, und froh, dass du der Gemeinschaft so viel Zeit geschenkt hast.“

 

DRK-Geschäftsführer Jan Hoffmann erinnerte an die schwierigen Entscheidungen, die gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden Antonius Lamping gefallen sind: Die Gründung von Kleiderläden in Garrel und Molbergen, der Einsatz von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingskrise und die neue Wache in Molbergen, ein 1,8 Millionen-Euro-Projekt. „850 Ehrenamtliche haben ganz tolle Arbeit geleistet und wurden immer durch dich als ehrenamtlichen Vorstand getragen. Das ist für einen ehrenamtlichen Vorstand nicht immer selbstverständlich, mit Verantwortung und Kontaktfreudigkeit einen solchen Verband zu pflegen“, betonte Hoffmann. Lamping habe ihm stets gesagt, dass er nur seine Pflicht tun würde. „Das allein als Pflicht zu sehen, ist schon eine große Würdigung wert“, erklärte Hoffmann.

 

Dieter Bührmann, Vorsitzender des Kreismusikverbandes erinnerte an die besondere Art des heute Geehrten, der Präsident des Verbandes war: „Du hast eine bescheidene und zuvorkommende Art: Du sagtest immer „was soll ich hier, ihr braucht mich gar nicht“. Dazu dein klarer Menschenverstand und eine ruhige und sachliche Art inmitten von Musikexperten“, zählte Bührmann auf. Antonius Lamping habe sich den Posten des Präsidenten ausgesucht und mit Bührmann als Vorsitzendem sechs Jahre ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt.

 

Pastor Uwe Börner von der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist habe den Menschen Antonius Lamping kennenlernen dürfen, der viele Ämter bereits hinter sich gelassen habe. „Wir profitieren als Pfarrgemeinde und Kommune von dem, was du getan hast. „Was du heute erhalten hast, hast du dir verdient.“ Ohne das Engagement von Menschen wie Antonius Lamping gehe es nicht. „Wir brauche Leute, die für Dinge brennen“, sagte der Pastor.

 

Pfarrer Dr. Oliver Dürr von der evangelischen Kirchengemeinde Molbergen freute sich auch nach all den Jahren darüber, dass Lamping die Notfallseelsorge ein großes Anliegen war. Lamping sei ein Mensch, der mit seinem „christlichen Engagement als Mensch vor Gott verantwortet, was er tut“.

 

Alle Redner lobten und dankten darüber hinaus Gertrud Lamping für die Unterstützung Ihres Mannes. Denn es sei nicht selbstverständlich, dem dreifachen Familienvater Antonius in der Familie den Rücken frei zu halten und auch dafür zu sorgen, dass der landwirtschaftliche Betrieb nicht unter den Ehrenämtern des Familienoberhaupts leidet. Die Einschätzung, wie viel des Lobs ihres Mannes Getrud Lamping daher zustehe, reichten von Redner zu Redner von 50 bis 75 Prozent.

 

Bescheiden gab sich nach einer guten Stunde des Lobs und eines musikalischen Grußes des Musikvereins Molbergen der ausgezeichnete Antonius Lamping. „Man hat ja in seinem Leben zumindest in der Kommunalpolitik unheimlich viel Kritik einstecken müssen. Heute gibt es dafür eine Entschädigung“, sprach Lamping. Er habe lange darüber nachdenken müssen, ob er das Bundesverdienstkreuz annehmen wolle. Die Ehrung musste lange warten aufgrund der Corona-Maßnahmen. „Es gibt ja noch mehr Menschen, die viel in ihrem Leben geleistet haben. Irgendwann hat mich dann Johann Wimberg überredet“, gab Lamping zu, der unterstrich, nie ein Einzelkämpfer gewesen zu sein. „Ich war in der Politik immer von guten und tüchtigen Menschen umgeben – sicherlich war auch mal eine Lusche dazwischen“, sagte er schulterzuckend. Mit allen aber habe er etwas bewegen können.

 

Sein ehrenamtliches Engagement sei aber einem besonderen Umstand gefolgt: „Wir haben im Leben sehr viel Glück gehabt, solche Ämter auch ausführen zu können. Ich bin nicht einen Tag schwer krank gewesen, hatte keine zu pflegenden Angehörigen, habe finanziell nicht Schiffbruch erlitten und hatte die Zeit, mich um die Ämter zu kümmern. Weil wir so viel Glück gehabt haben, sollte man auch was zurückgeben, und das kann man am besten, wenn man sich ehrenamtlich engagiert“.

 

Im Prinzip folgten all die Ehrenämter und die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz einem Zufall, wie Lamping erklärte. Sein Engagement in der Landjugend habe er früh beendet, damit andere auch mal etwas tun könnten. Durch Zufall sei er später bei einer Versammlung der CDU in der Abstimmung zur Kandidatur im Molberger Gemeinderat gelandet und habe teils Zuspruch, aber auch enormen Gegenwind erhalten, noch bevor er sich überhaupt für eine Kandidatur ausgesprochen hätte. „Am Ende habe ich dann die zweitmeisten Stimmen erhalten und ich war am Ende auf den Tag genau 40 Jahre in den unterschiedlichsten Gremien. Wäre es an diesem einen Abend anders gewesen, wäre das alles anders gelaufen“, glaubte Antonius Lamping, der seinen Vorrednern und dem krankheitsbedingt abwesenden ehemaligen Molberger Bürgermeister Ludger Möller dankte, der die Ehrung organisiert hatte und sich nun bei der Moderation durch den CDU-Gemeindeverbands-Vorsitzenden Hermann Südhoff vertreten ließ.

 

Abschließend dankte Antonius Lamping noch seinen Wegbegleitern: „Ein solches Ehrenamt ist undenkbar, wenn die Familie es nicht mitträgt. Wenn ich an die vergangenen 40 Jahre zurückdenke, würde ich es so ähnlich wieder machen. Ich weiß auch nicht, ob diese Ämter von mir profitiert haben, aber ich habe von ihnen profitiert. Ich habe dadurch vieles gesehen, was man als Normalbürger nicht sieht“, erläuterte Lamping. Zu jedem neuen Posten sei er gezwungen gewesen, sich das nötige Fachwissen anzulesen und von diesem Wissen habe er persönlich profitiert. „Das möchte ich heute nicht missen. Das Ehrenamt war eine schöne Zeit, die mir kein Geld eingebracht hat, nein, es kostet nur Geld. Aber profitiert habe ich davon“, betonte der Träger des Bundesverdienstkreuzes nachdrücklich.

Quelle: LK CLP

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